Testberichte und Wissensartikel zur Kompostierung

Richtig kompostieren – Schritt für Schritt zur perfekten Rotte

Frau am KomposterWie gesunde Erde ist auch Kompost voller Leben. Millionen pflanzlicher und tierischer Organismen finden sich pro Kubikzentimeter Kompost. Die meisten von ihnen sind unsichtbar. Was für uns deutlich sichtbar wird, ist ihre immense Arbeitsleistung. Um Bakterien, Pilzen, Regen- und Mistwürmer ein Wohlfühlklima zu schaffen, sollte man einige Tipps zur Kompostierung beachten, die ihnen eine rasche, hygienische Umwandlung organischer Garten- und Küchenabfälle in Mulch, Dünger oder wertvollen Humus erleichtert.

Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten und Zudecken

Damit die kleinen Helfer ihre Arbeit beginnen, benötigen sie einen schattigen und geschützten Platz, die richtige Futtermischung, optimalen Feuchtigkeitsgehalt und viel Sauerstoff. Der Rotteprozess lässt sich durch Zerkleinern, Mischen, Feuchthalten und Zudecken in Gang bringen und steuern.

Gut geschreddert ist halb kompostiert

Abfälle müssen zerkleinert werden – je kleiner desto besser. Die zahnlosen Mikroben können nur zerfaserte Nahrungsoberflächen mit Hilfe von Verdauungsenzymen aufnehmen. Zerkleinerte Rohstoffe lassen sich leichter anlegen, mischen und umsetzen. Das beschleunigt die Rotte. 

Mischen ist das A und O

Eine ausgewogene Mischung des Materials ist die Basis für eine gute Rotte. Nasse Küchenabfälle gleich mit zwei Handvoll Häcksel mischen. Eine ausgewogene Mischung sind 2 Teile Grün (frisch, fein, saftig) und 1 Teil Braun (verholzt, grob, trocken). Ob beim Komposthaufen oder Füllen des Komposters wichtig ist, nährstoffreiches und strukturreiches Material gut durchgemischt in lockeren Schichten anzulegen. Damit sich viele Poren mit Luft füllen und eine gute Belüftung erfolgt.

Das optimale C/N-Verhältnis

Lebenswichtig für die Kompostorganismen sind neben Sauerstoff, Wasser und Mineralien, Nährstoffe. Das bedeutet: energiereiche Kohlenstoffverbindungen (C), die den Lebensprozess in Gang halten. Und Stickstoffverbindungen (N), die körpereigenes Eiweiß für Wachstum und Vermehrung aufbauen. Dabei geben die Pflanzen gespeicherte Sonnenenergie als Wärme wieder frei. Für eine
zügige Verrottung und gute Kompostqualität ist grundsätzlich mehr Kohlenstoff als Stickstoff nötig. Ein ideales C/N-Verhältnis ist 20:1. Auf 20 Teile Kohlenstoff kommt 1 Teil Stickstoff. Herrscht Stickstoffmangel können sich die Mikroorganismen nicht richtig entwickeln und die Rotte steht still. Bei zu wenig Kohlenstoff entweicht der Stickstoff als Ammoniak. Dies macht sich durch den typisch üblen Geruch bemerkbar.

Gut feucht aber nicht zu nass.

Nur im optimalen Feuchtklima können Komposttierchen arbeiten und die Rotte kommt in Gang. Auf einer zu trockenen Oberfläche sind sie völlig inaktiv und Schimmel bildet sich. Der durchschnittliche Wassergehalt im Kompost sollte zwischen 50 % und 65 % (Gewichtsanteil) betragen. Bei zu viel Nässe fängt die Rotte an zu faulen. Jetzt erobern anaerobe Bakterien, die ohne Luft leben, den Platz. Als Stoffwechselprodukte sondern sie unangenehm riechenden Schwefelwasserstoff und Buttersäure ab.

Eine praktische Anleitung zur Kompostkontrolle

Ob die Verrottung in Gang gekommen ist und nach Wunsch abläuft, lässt sich unter anderem an der Temperatur erkennen. Die ab einer Außentemperatur von ca. 8 °C arbeitenden Mikroorganismen benötigen zum Abbau des Pflanzenmaterials viel Sauerstoff. Dabei wird Wärme freigesetzt. So steigt die Temperatur im Kompostinnern in wenigen Tagen auf 50 –70 °C an. Die Heißrotte dampft. Dabei werden Krankheitskeime und Unkrautsamen abgetötet. Nach zehn bis zwölf Wochen ist dieser Prozess abgeschlossen und die Temperatur sinkt langsam auf 20 bis 30 °C. Jetzt legen die Würmer los. In der kalten Rottephase bauen sie verschiedene Humusverbindungen auf. In der Regel dauert die Rotte 6 – 12 Monate. Während dieser Zeit soll sie ein- bis zweimal umgesetzt werden.
Je stärker der Komposthaufen abkühlt, desto reifer ist er.


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